Auf der Roßwager Markung gibt es zwei Naturschutzgebiete:
Mit über 70 ha Fläche gehört dieses Schutzgebiet zu den größten im Landkreis Ludwigsburg. Es umfaßt den größten Teil der Roßwager Enzaue, das beidseitige Enzufer in diesem Bereich sowie auf der rechten Enzseite die Bereiche Altwasser und Burghalde.
Über dieses Gebiet gibt es einiges zu berichten, so z.B über die Enzaue und das
Altwasser. Auf die Burghalde kommen wir
weiter unten kurz zu sprechen.
Das 8,6 ha große Schutzgebiet umfaßt den Bereich einer ehemaligen Schafweide. Wegen der extrem steilen Lage kommt für dieses Gebiet eine andere Nutzung praktisch nicht in Frage. Da der ursprüngliche Charakter des Schafweide nach Ende der Nutzung durch die Ausbreitung von Gehölzen immer mehr zu verschwinden drohte, hat die G·O·R gemeinsam mit dem BUND Vaihingen Ende der 1980er Jahre in mehreren Aktionen versucht, den zunehmenden Bewuchs einzudämmen. Um allerdings größere Flächen freizumachen und den wertvollen Trockenrasengesellschaften wieder die Möglichkeit zur Entfaltung zu geben, war jedoch der Einsatz von schwerem Gerät notwendig. Im Winter 1990/91 rückte dann ein Pflegetrupp im Auftrag der Oberen Naturschutzbehörde an. Die Aktion sorgte in Roßwag damals für gehörige Irritationen. Von einer Nacht-und-Nebel-Aktion des Naturschutzes war die Rede, obwohl die Pflegeaktion zuvor im Ortschaftsrat vorgestellt und gutgeheißen worden war. Inzwischen haben sich die Wogen längst wieder geglättet, und man ist in Roßwag stolz auf den Roten Rain, der als Besonderheit u.a. das seltene Blaugras beherbergt.
Neben den "großen" Naturschutzgebieten gibt es noch einige Naturdenkmale auf Roßwager Markung:
Wie der Name sagt, gehört dieses 4,1 ha große Schutzgebiet zu den Heideflächen. Die Muschelkalk-Fläche diente früher vor allem der Schafbeweidung und ist seit dem Rückgang dieser Nutzung zunehmend in Gefahr, sich durch Bewuchs vornehmlich aus Kiefern in einen Wald zu verwandeln - wie Reinhard Wolf in seiner Dokumentation Heiden im Landkreis Ludwigsburg dargestellt hat, sind zwischen 1860 und 1984 allein im Bereich Vaihingen über 90% der Heideflächen verschwunden.
Zu den ehemaligen Schafweiden gehört neben dem bereits genannten "Roten Rain" auch der Bereich "Burghalde" im obengenannten Naturschutzgebiet "Enzaue und Burghalde". Bei den Roßwagern heißt das Gebiet "Tannenwäldle", obwohl es dort vermutlich keine einzige Tanne, sondern stattdessen vor allem Kiefern gibt. Auch dieser Bereich hat noch bis nach dem zweiten Weltkrieg als Schafweide gedient. Bedingt durch den Rückgang der Schäferei wurde die Weidenutzung dort allerdings schon seit langem nicht mehr intensiv betrieben, so daß die Fläche schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts durch Aufwuchs von Büschen und Anflug von Baumsamen weitgehend in einen Wald umgewandelt war.
Und es gibt noch mindestens eine weitere ehemalige Heide auf Roßwager Markung: Auch das Landschaftsschutzgebiet "Breite Egart" hoch über den Weinbergen der Roßwager Halde ist eine alte, inzwischen bewaldete Heidefläche.
Das Feldgehölz "Dörrer" liegt östlich vom vor einigen Jahren neu in Betrieb genommenen Roßwager Wasserhochbehälter "Dörrer".
Im weiteren Verlauf des Wegs von den Roßwager Aussiedlerhöfen in Richtung Roßwager Heide gelangt man zum Naturdenkmal "Gehölzbestandener Weg beim Lämmerrain".
Am äußersten östlichen Ende des Waldgebiets "Laihle" verläuft das Naturdenkmal "Hohlweg im Gewann Fliegaus" als steil in nordöstlicher Richtung nach unten verlaufender Hohlweg.
Der alte "Pforzheimer Weg" verläuft von der Seemühle in westlicher Richtung über die Höhe zwischen Roßwag und Illingen. Bis ins 19. Jahrhundert bildete er zwischen der Seemühle und dem Lug auf der Breiten Egart die Grenze zwischen diesen beiden Gemeinden. Inzwischen ist er auf eine Länge von fast 300 Metern durch den Steinbruch unterbrochen, und insgesamt rund 30 Hektar südlich des Weges, davon ein großer Teil des Steinbruchgeländes und ein Teil des Weinbaugebiets "Halde", gehören heute zu Illingen. Das östliche Ende des Wegs bei der Seemühle bildet einen Hohlweg und ist als Naturdenkmal geschützt.
Das Naturdenkmal "Hohlweg im Gewann Kaiser", bei den Einheimischen "Kaiserklome" genannt, bildet den im Wald verlaufenden Teil des alten Wegs von der Auricher/Großglattbacher Höhe hinab zur Enz.
Nicht zuletzt gehört auch unsere Linde (als "Einzelgebilde") zu den Naturdenkmalen. Mit ihrem Stammumfang von fünf Metern gilt sie als größte und älteste Sommerlinde im Kreis Ludwigsburg. Allerdings hat ihr der Ausbau der Straße nach Illingen in den 1970er Jahren stark zugesetzt. In der Naturschutzverordnung heißt sie übrigens "Friedenslinde". Dem liegt die Vermutung zu Grunde, daß sie anläßlich des Westfälischen Friedens 1648 gepflanzt wurde. Sicher ist das jedoch nicht; ihr genaues Alter ist unbekannt. Während des deutschen Kaiserreichs hieß sie "Kaiserlinde".